Madaster, das Materialkataster, bietet seit längerem auch Funktionen zur Erfassung und Dokumentation von Infrastrukturbauwerken, darunter Brücken, Energieinfrastruktur, Kanalsysteme, Verkehrsanlagen und weitere Ingenieurbauwerke.
Der Brückenressourcenpass als Beispiel
Brücken sind langlebige, materialintensive Bauwerke und zugleich zentrale Bestandteile des Verkehrssystems. Häufig liegen jedoch keine strukturierten, digital auswertbaren Informationen darüber vor, welche Materialien in welchen Mengen und Qualitäten verbaut sind. Fehlt diese Datengrundlage, ist die Bewertung von Bestandsressourcen erschwert, Potenziale für Wiederverwendung oder hochwertiges Recycling können nur eingeschränkt identifiziert werden, und Entscheidungen zu Sanierung, Instandsetzung oder Rückbau basieren auf unvollständigen Informationen.
Brückenressourcenpässe adressieren diese Lücke, indem sie das Prinzip des Materialpasses auf Infrastrukturbauwerke übertragen. Sie schaffen eine konsistente Datenbasis über verbautes Material, Bauteile und Eigenschaften und unterstützen damit eine lebenszyklusorientierte Planung und Bewirtschaftung. Auf dieser Grundlage lassen sich Maßnahmen zur Ressourceneffizienz, zur Reduktion von Abfallströmen und zur Sicherung von Sekundärrohstoffpotenzialen systematischer ableiten, sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
Im Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister
Beim Besuch des Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder im Circle wurde das Konzept von Isabelle Armani (Head of Infrastructure and Manufacturers, Madaster Germany) vorgestellt. Im Austausch wurde deutlich, dass Fragen der Zukunftsfähigkeit, der Investitions- und Planungssicherheit sowie der Erreichung von Klimazielen im Verkehrssektor eng mit der Verfügbarkeit belastbarer Informationen zum Bestand verbunden sind, insbesondere mit Blick auf verbaute Ressourcen.
Vor diesem Hintergrund wird die Anwendung von Materialpässen auch im Infrastrukturbereich als ein Ansatz diskutiert, um Transparenz über Bestände zu erhöhen und Entscheidungen entlang des Lebenszyklus datenbasiert zu unterstützen. Eine stärkere Verzahnung von Hoch- und Infrastrukturbau kann dazu beitragen, einheitlichere Standards und Prozesse für Ressourcenerfassung und -bewertung zu etablieren.
Du interessierst Dich für das Thema und möchtest Dich mit uns austauschen? Unsere Kollegin Isabelle Armani steht für Anfragen gern zur Verfügung: isabelle.armani@madaster.com