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Nachrichten 20 may 2022

Forderungen an einen digitalen Materialpass

Forderungen an einen digitalen Materialpass

Die Circular Economy etabliert sich nicht von selbst. Bislang wird der Fokus für ein nachhaltiges Bauen vermehrt auf die Energiebilanz des Gebäudes gelegt. Dies zeigt sich auch bei der neuerlich angepassten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die ausschließlich nur das KfW-Effizienzhausstandard 40 für den Neubau fördern will. Damit unterstützt der Fördergeber nicht den Einsatz nachhaltiger und CO2 armer Baumaterialien. Eine ganzheitliche Ökobilanz des Gebäudes von der Herstellung bis hin zur Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus ist damit nicht abbildbar.

Um auf Bundesebene eine funktionierende Anschubkraft für eine Circular Economy zu geben, plädieren wir für einen digitalen Gebäuderessourcenpass, wie er bereits im Ampel-Koalitionsvertrag genannt wurde. Dieser fungiert als zentrale Daten- und Informationsdrehscheibe, die Gebäudeeigentümer und ihre Dienstleister bei der Nutzung und Verwaltung des Gebäudes unterstützt, indem er die Aufzeichnung, Verknüpfung, Übertragung und gemeinsame Nutzung von Gebäudedaten und -informationen zwischen den Beteiligten über alle Lebenszyklusphasen hinweg erleichtert. Dies trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis des Entwurfs, des Aufbaus, des Managements, des Betriebs und des End-of-Life von Gebäuden bei, sondern erhöht auch Transparenz und Vertrauen, verbessert die politische und finanzielle Entscheidungsfindung und sorgt für eine optimale Nutzung der Ressourcen. Wir leben in einem geschlossenen System und Ressourcen sind endlich. Eine Circular Economy ermöglicht neben Klima- und Umweltschutz auch positive Auswirkungen auf CO2-Emissionen in der Industrie und Energiewirtschaft sowie die Ressourcenverfügbarkeit.

Technologie- und Materialoffenheit behalten dabei eine marktwirtschaftliche Bedeutung. Der Wettbewerb von Produkten sollte zukünftig durch die Kriterien Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz, aber auch Kreislauffähigkeit, CO2-Emissionen bzw. Klimaneutralität, digitale Dokumentation bzw. Transparenz und zukünftiger Gebäudewert entstehen. Die Anreizförderung ist für die Innovation Gebäuderessourcenpass bis zum Erreichen der erforderlichen Breitenwirkung notwendig.

Für ein nachhaltiges Gebäudemanagement mit einer ganzheitlichen Ökobilanz benötigt es einen digitalen Gebäuderessourcenpass. Dieser trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis des Entwurfs, des Aufbaus, des Managements, des Betriebs und des End-of-Life von Gebäuden bei, sondern erhöht auch Transparenz und Vertrauen, verbessert die politische und finanzielle Entscheidungsfindung und sorgt für eine optimale Nutzung der Ressourcen.

Datenzugang

Ein solcher digitaler Gebäuderessourcenpass muss in der Lage sein, eine Kapazität für unbegrenzten Datenzugriff aufzuweisen, Eingabe und Ausgabe sowie Datenexport zu ermöglichen sowie den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes abzubilden. Die Daten aus dem Rückbau von Gebäuden sind von besonderem Mehrwert. Die Abbruch- und Rückbauunternehmen können diese Daten verwenden, um ein besseres Verständnis über ihre Arbeit in Bezug auf Ressourcen, Ausrüstung, Aufwand und Kosten zu erhalten. Recyclingunternehmen nutzen die Daten in der Aufwandsplanung für die Reparatur, Aufarbeitung und Wiederaufbereitung der Materialien. Aus den Daten der Abbruch- und Rückbauunternehmen entwickeln die Baustoffhersteller ein besseres Verständnis für die Möglichkeiten des selektiven Rückbaus ihrer Produkte und Materialien und haben so die Möglichkeit, das Kreislaufdesign zu verbessern, sodass bei zukünftigen Projekten eine direkte Wiederverwendbarkeit ihrer Produkte möglich ist. Eine Cloud-basierter digitaler Gebäuderessourcenpass ermöglicht alle Daten zentralisiert zu speichern, sodass alle Interessenvertreter Remote auf die Daten zugreifen kann.

Ein digitaler Gebäuderessourcenpass muss in der Lage sein mit einer Kapazität für unbegrenzten Datenzugriff, Eingabe und Ausgabe sowie Datenexport, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes abzubilden. Eine Cloud-basierter digitaler Gebäuderessourcenpass ermöglicht alle Daten zentralisiert zu speichern, sodass alle Interessenvertreter Remote auf die Daten zugreifen kann.

Dateneigentum

Der Gebäudepass und alle darin enthaltenen Daten und Informationen über das Gebäude gehören den jeweiligen Gebäudeeigentümern, die entscheiden können, ob sie Dritten Zugang wie beispielsweise Behörden, Finanzinstitute, Immobilienmakler, Rechtsanwälte Immobilienmakler, Anwälte, Gutachter, Bauunternehmer usw. gestatten. Auf diese Weise haben die Gebäudeeigentümer die Kontrolle über den Umfang des Zugriffs auf potenziell sensible Informationen, wie z. B. persönliche Daten oder Geschäftsdaten.

Der Gebäudepass und alle darin enthaltenen Daten und Informationen über das Gebäude gehören den jeweiligen Gebäudeeigentümern, die entscheiden können, ob sie Dritten Zugang gewähren.

Datenumfang

Der digitale Gebäuderessourcenpass dient als Speicher für Gebäudeinformationen über den gesamten Lebenszyklus, er umfasst die Verwaltungsdokumentation eines Gebäudes sowie die Daten eines Grundstücks und Standorts des Gebäudes, seine technischen und funktionalen Merkmale sowie ökologische, soziale und finanzielle Leistung. Es handelt sich um ein lebendiges Dokument, das eine Mischung aus rückverfolgbarem statischem "as built" und einer kontinuierlichen dynamischen Aufzeichnung von Leistungsdaten und Informationen darstellt. Insbesondere die ökologischen Auswirkungen der Produkte und Materialien auf die Umwelt müssen erfasst werden. So sollte der digitale Gebäuderessourcenpass in der Lage sein, den über die Bauphasen emittierten CO2-Wert aufzuzeigen. Weiterhin sollte der Pass den Anteil an Primär- und Sekundärmaterial im Gebäude als auch den Anteil an Wiederverwendung und -verwertung von Materialien und Bauteilen aufzeigen.

Der Gebäudepass konzentriert sich nicht auf einen bestimmten Aspekt von Daten oder Informationen, sondern enthält alle gebäudebezogenen Informationen, einschließlich Daten und Informationen, die im Rahmen anderer, enger gefasster spezifischer Datenerfassungs- und Verwaltungsinitiativen stammen. Zum Beispiel Daten aus Energieausweisen, Nachhaltigkeitszertifizierungssystemen, Material- und / oder Renovierungs- und Klimapässen sowie Materiallisten. Diese könnten entweder direkt in den Gebäudepass als lesbares Dokument eingefügt werden oder digital mit dem Gebäudepass verknüpft werden, zum Beispiel über eine eindeutigen Gebäudekennzeichnung.

Der digitale Gebäuderessourcenpass dient als Speicher für Gebäudeinformationen über den gesamten Lebenszyklus, er umfasst die Verwaltungsdokumentation eines Gebäudes sowie die Daten eines Grundstücks und Standorts eines Gebäudes, seine technischen und funktionalen Merkmale sowie ökologische, soziale und finanzielle Leistung.

Immobilienwertermittlung

Die Informationen aus dem digitale Gebäuderessourcenpass (CO2-Fußabdruck, Anteil Sekundärmaterial, Anteil zur Wiederverwertung) und damit Rohstoff-Restwerde müssen Teil der Immobilienwertermittlung werden, um so auch die ökonomischen Vorteile einer Circular Economy transparent darzustellen. Gebäude werden damit zu Rohstoffbanken und Gebäudeeigentümer zu Materialeigentümer.

Informationen zum Rohstoff-Restwert können aus dem digitalen Gebäuderessourcenpass abgeleitet werden und müssen in Immobilienwertermittlung einfließen, um die ökonomischen Vorteile einer Circular Economy transparent darzustellen.

Benutzerfreundlichkeit

Alle im Gebäuderessourcenpass gespeicherten Informationen müssen so präsentiert werden, dass sie sowohl relevant als auch nützlich und verwaltbar für Dritte sind. Aufgrund unterschiedlichster Interessenvertreter empfehlen sich benutzerdefinierte Dashboards.

Die im Gebäuderessourcenpass gespeicherten Informationen müssen relevant als auch nützlich und verwaltbar für Dritte sein.

Datenstandards

Da die in die Gebäuderessourcenpass eingegebenen Datenquellen und Informationen vielfältig sein werden, müssen Information im Gebäuderessourcenpass mit standardisierten Formaten und offenen Datenstandards (z.B. Industry Foundation Classes „IFC“) austauschbar sein.

Aufgrund der Vielfalt an eingegebenen Datenquellen müssen einheitliche Formate und offene Datenstandards festgelegt und angewendet werden.

Der Schritt zum Materialkataster

Die Etablierung eines digitalen Gebäuderessourcenpass auf Bundesebene ermöglicht die Erstellung eines flächendeckenden Materialkatasters, welches die Wiederverwendung und -verwertung von Materialien und Bauprodukten fördert. Damit ist eine Verknüpfung von nationalen oder lokalen Katastern / Registern mit einem Materialkataster möglich. Anonymisiert und aggregiert stehen diese Informationen der Gesellschaft, der Politik und der Verwaltung zur Verfügung, um Analysen und Aussagen zu Stoffströmen zu treffen.

Der digitalen Gebäuderessourcenpass muss mit einem Materialkataster und anschließend mit nationalen oder lokalen Katastern / Registern verknüpft werden, um regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren und Stoffströme zu managen.

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