CASPAR. WIRD MITGLIED IM MADASTER KENNEDY-NETZWERK

„We choose to go to the moon in this decade […] because that challenge is one that we are willing to accept, one we are unwilling to postpone, and one which we intend to win.“
John F. Kennedy, 12. September 1962

Mondlandung. Was für ein utopisches Ziel, damals. Mindestens so utopisch wie das große Vorhaben der Gegenwart, noch in diesem Jahrzehnt eine Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft zu erzielen, die den Namen wirklich verdient. Wir können die Herausforderung nicht verschieben, und wir müssen gewinnen.

Unser Büro caspar. ist einer von insgesamt 33 „Kennedys“ von Madaster Germany geworden. Das ist der Name, den die Online-Datenbank seinen Gründungsförderern und -entwicklern gegeben hat – nach dem visionären US-Präsidenten. Es gibt 33 Kennedys, weil die menschliche Wirbelsäule 33 Wirbel hat. Namhafte Entwickler, Bauherren, Hersteller, Ingenieure und Institutionen sind dabei, u. a. Arup, Commerz Real, Drees & Sommer, Vonovia, Holcim oder Schüco. Wir sind froh und stolz, als einziges deutsches Architekturbüro ein Wirbel sein und damit zu Haltung und Beweglichkeit des Vorhabens beitragen zu können. 

Madaster, vom Architekten Thomas Rau in den Niederlanden vor vier Jahren gegründet, ist das erste globale Kataster für Materialien, Gebäude und Infrastrukturen. Idee und Ziel: Expertise und Knowhow im Bereich Baustoff, Material- und Materialkunde und digitales Bauen zu stärken. So können Gebäude transparent und konkret kreislauffähig gemacht werden. „Mit unserem Materialkataster machen wir Gebäude zu Rohstoffbanken“, sagt Dr. Patrick Bergmann, Geschäftsführer von Madaster Germany, der in den nächsten drei Jahren mindestens 10.000 Gebäude in die Datenbank packen will.

Thomas Rau beabsichtigt, die Datenbank bis Jahresende auf sieben Ländergesellschaften auszuweiten, zum Beispiel in Norwegen, der Schweiz und Belgien. Beauftragt und überwacht von der gemeinnützigen Stichting Madaster Foundation, in deren Aufsichtsrat Fachleute sitzen wie Marzia Traverso, die an der RWTH Aachen das Institut für Nachhaltigkeit im Bauwesen leitet. Den Aufbau der Datenbank unterstützte die Europäische Union mit rund 2,5 Millionen Euro aus dem Forschungsprogramm Horizont.

Die Plattform bietet Immobilieneigentümern und anderen Stakeholdern die Möglichkeit, Daten ihrer Immobilien zu speichern, zu verwalten, anzureichern und auszutauschen. Madaster verarbeitet automatisch IFC-Dateien (BIM-Software) und reichert diese mit Daten aus anderen öffentlichen und nicht-öffentlichen Quellen an. Madaster schafft Transparenz über Materialwerte durch die Erstellung von Materialpässen und gewährt damit Einblicke in die finanzielle Bewertung, den gebundenen Kohlenstoff bzw. das gebundene CO2, die Toxizität und das Wiederverwendungspotenzial der verwendeten Materialien, Komponenten und Produkte. Einzigartig ist außerdem, dass über Madaster nicht nur erfasst wird, was genau verbaut wurde, sondern auch, in welchen Mengen welche Stoffe im Falle eines Rück- bzw. Umbaus recycelt werden können.

Madaster führt „einen neuen Umgang mit endlichen Materialien beim Bau“ ein (Die ZEIT); soll „auch in Deutschland neue Maßstäbe setzen“ (Handelsblatt) und „könnte ein wichtiger Baustein sein, um den enormen CO2-Ausstoß der Bau- und Immobilienwirtschaft zu reduzieren“ (Immobilien Zeitung). Die Süddeutsche Zeitung erklärt die Nutzung der „Datenbank, die das Bauen revolutionieren könnte“, so: „Planer oder Bauherren registrieren Gebäudedaten auf der Plattform: Welches Material verbaut wurde und wie viel davon, auch unterschiedliche Legierungen können eine Rolle spielen. Produkthersteller komplettieren die Angaben, etwa zu Fenstern oder Bädern. Die Plattform generiert daraus einen Materialpass, der auch angibt, wie viel die Rohstoffe wert sind. Einblick ins Gebäudeprofil hat nur der Eigentümer, Produkt- und Metadaten jedoch sollen auch anderen zugänglich sein.“

Madaster hilft gewaltig dabei, die Voraussetzungen für eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen, die in der Bauwirtschaft schon längst realisiert sein müsste. Es ist einer der wichtigsten und häufigsten Aspekte, die im Nachhaltigkeitsdiskurs der letzten Jahre auftauchten. Forderungen danach, die Baugesetze im Sinne des Recyclings anzupassen oder dem Energieausweis einen Ressourcenausweis an die Seite zu stellen, werden immer öfter immer lauter. Und zwar völlig zu Recht.

Wie die Plattform im Detail aufgebaut ist und wie viele Vorteile sie mit sich bringt, wird pünktlich zum Launch am 30. November bei „Madasters Mondlandung“, einem digitalen Event, erklärt. Kennedys werden vorgestellt, zwei liefern sogar erste Erfahrungsberichte. Die Anmeldung zum Event ist über LinkedIn möglich.

Wir finden, dass Madaster einen der bislang beeindruckendsten Beiträge zu der Frage liefert, wie man Ressourcen verwendet statt verschwendet. Es wimmelt von Win-win-Situationen, doch Zukunft und Umwelt profitieren am meisten. Mit der neuen Material-Plattform kann unser Büro unmittelbar einleuchtende, glaubwürdige Angebote nach außen machen und zugleich vieles über Baustoffe und ihren Wert lernen. Zugleich sind wir äußerst motiviert, im Zusammenspiel mit den anderen Kennedys die Plattform weiterzuentwickeln und stets zu verbessern. Denn so wie Madaster streben auch wir nach Nachhaltigkeit ohne Beliebigkeit – und daher sind wir froh, Teil und Förderer dieser sehr guten Idee zu sein. 

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