CO₂ hat einen Preis

Knapp 30 Teilnehmende diskutierten im Workshop 4 “CO2 hat einen Preis – Kosten, die Bau und Immobilienbranche verändern” zusammen mit Ronny Meglin die Vorteile und Auswirkungen der CO2 Bepreisung. 

Zum Start gab es einen kurzen Impuls von Ronny Meglin zum theoretischen Hintergrund. Dabei wurden die Unterschiede von “Schadenskosten” und “Vermeidungskosten” erläutert.  

Es wurde klar, dass ein CO2 vor allem deshlab eingeführt wird bzw. Wurde, da ein Marktversagen vorherrscht. Der Preis soll dazu sorgen, dass die Verursacher der Emissionen für entstehende Schäden zahlen. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Dabei kann der Preis in zwei Richtungen wirken: 

  1. Um CO2-Quellen zu verteuern, z.B. Treibstoff, um somit die Nutzung zu reduzieren 
  1. Um das Geld, welches für entstehende Emissionen gezahlt wird, für nachhaltige Projekte einzusetzen 

Gleichzeitig muss man zwei unterschiedliche CO2-Preise differenzieren: 

  1. Einen internen Preis (auch Schattenpreis oder Abgabe). Hierbei setzen Unternehmen oder Kommunen einen internen Preis für CO2 in Kalkulationen an, der damit direkt in die Entscheidungsfindung eingebunden ist. Es fließt allerdings kein Geld. 
  1. Einen externen Preis (Steuern oder Zertifikate), z.B. ECTS. Hierbei werden CO2-Zertifikate am Markt gehandelt und Verursacher können nicht benötigte Zertifikate verkaufen bzw. kaufen, wenn zu viel emittiert wurde. Aktuell liegt dieser in Deutschland bei 65€/Tonne CO2, in der Schweiz bei 120 CHF/Tonne CO2 

Anschließend wurden zwei Beispielanwendungen gezeigt: Ein Projekt der Implenia, in dem verschiedene Baustoffe intern mit Preisen belegt wurden, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen und ein Projekt von Zurich Insurance, die Preise für betriebliche Emissionen pro Gebäude in einen internen Fonds einzahlen, mit dem Klimaprojekte der Zurich Insurance umgesetzt werden. 

In Gruppenarbeiten wurden dann vier Fragen in der Tiefe weiter bearbeitet: 

  • Wie kann ein CO2-Preis regulatorisch implementiert werden? Wie kann der Erlös fair verteilt werden? 
  • Wie kann ein CO2-Preis in einer Ausschreibung berücksichtigt werden? 
  • Welche (wirtschaftlichen) Vorteile hat ein CO2-Preis? Wie kann die Wirtschaft überzeugt werden? 
  • Welche Nachteile hat ein CO2-Preis? Was für Alternativen gibt es? 

Abschließend wurden diese Ergebnisse in einer Fishbowl in der großen Gruppe diskutiert und ausgewertet. 

Es wurde deutlich, dass für einen akzeptierten CO2-Preis klare Standards für die Berechnung und die Emissionsfaktoren festgelegt werden müssen. Vermutlich ist ebenso eine Auditierung der Ergebnisse durch Dritte notwendig, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen und Greenwashing vorzubeugen. 

Aus Sicht eines klassischen Entwicklers bedeutet eine CO2-Bepreisung auf der anderen Seite mehr Aufwand und wenig Vorteile. Außerdem sind deutlich höhere CO2-Preise notwendig, um Änderungen der internen Entscheidungen herbeizuführen. 

Neue Modelle wie Contracting können aber auch heute zu einem Umdenken stattfinden, da Geschäftsmodelle möglich sind, die sich bis vor kurzem noch nicht “gerechnet” haben. 

Neben den rein wirtschaftlichen Kennzahlen, die meist als Argument angeführt werden, waren sich die Teilnehmenden einig, dass das Thema CO2 auch eine Emotionale ist (siehe Balkonkraftwerke) bei denen die Medien eine große Rolle spielen. Daher sollten nicht nur die Modelle und der Preis beachtet und diskutiert werden, sondern auch eine die emotionale Bindung mit dem Thema, die die Akzeptanz und Umsetzung in der Branche fördert.  

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